Geldgier und Wettbetrug als Teil des Fußballs

Geldgier und Wettbetrug als Teil des Fußballs

„Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes.“ Dieses Zitat des italienischen Philosophen Umberto Eco bietet eine interessante Perspektive auf den Kollektivsport Fußball und seine allgegenwärtige Faszination, die er auf viele Menschen jeden Alters ausübt.

Der Fußball als Alltagsphänomen wird unterschiedlich in das eigene soziale Leben integriert. Die einen verfolgen gebannt mit Freunden und Leidensgenossen jedes Spiel des präferierten Vereins im Stadion, wobei selbst gestandene Männer vor Emotionsausbrüchen nicht geschützt sind. Andere erfreuen sich am gemeinsamen Erlebnis, vor allem bei großen Events, wie der Fußball-WM, die einen immer größeren Stellenwert im kurzfristigen Zusammenhalt einer Gemeinschaft erfahren. Fußball bietet Identifikationsmöglichkeiten und funktioniert über soziale, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Gleichzeitig sehen viele junge Männer im Fußball eine verführerische Möglichkeit, Millionenverdienste zu erlangen und in kürzester Zeit vom „Underdog“ zum Weltstar aufzusteigen. Dabei können alle Beteiligten des Fußball-Geschäfts zu Marionetten werden, denn das sportliche Ereignis, das von Begriffen wie „Fairplay“ gekennzeichnet sein soll, ist längst nicht mehr von rein sportlicher Natur zu betrachten. Begriffe wie Spielmanipulation, Betrug, Geldgier und Korruption gehören längst zum gängigen Vokabular.

Der Journalist, Buchautor und Filmemacher Benjamin Best hat sich in seinem Buch „Der gekaufte Fußball - Manipulierte Spiele und betrogene Fans“ und im gleichnamigen Vortrag, den er am 10. Dezember an der Universität Paderborn gehalten hat, mit diesen zweifelhaften und unmoralischen Seiten des populären Sports beschäftigt. Durch jahrelange Recherchen, eigene Erfahrungsberichte und eindrucksvolle Interviews mit beteiligten Drahtziehern ist der Journalist der organisierten Kriminalität des Wettbetrugs einen Schritt näher gekommen und verdeutlicht die globalen Ausmaße und unfassbaren Geldsummen, die vor allem im asiatischen Sportwettenmarkt zirkulieren. Best beleuchtet einschlägige Fälle, wie den des deutschen Schiedsrichters Robert Hoyzer im Jahr 2005. Er stellt sich die Frage, welchen Anteil jeder Einzelne, aufgrund seiner möglichen Unwissenheit und Abgestumpftheit (denken wir nur an die horrenden Transfersummen) zur Spirale des Betrugs beiträgt und was passiert, wenn selbst Institutionen wie die UEFA und beteiligte Funktionäre in den Verdacht geraten, der Korruption und Steuerhinterziehung schuldig zu sein.

Ein äußerst spannender Einblick hinter die Kulissen einer lukrativen und gefährlichen wirtschaftlichen Macht, die es lohnt näher zu hinterfragen.

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