Vollständiges Interview mit Matze Knop

Vollständiges Interview mit Matze Knop

Jogi Löw nominiert Matze Knop für die Weltmeisterschaft in Brasilien überraschend als zweiten Sechser neben Schweinsteiger

Knop: „Ich kann nicht, ich fahr lieber in den Urlaub.“

(la/msc)

Hier findet ihr die vollständige Fassung unseres Interviews inklusive dem exklusiven Audiomitschnitt des selbigen.

Hier kann der Audiomitschnitt des Interviews angehört werden.


Audiomitschnitt des Interviews mit Matze Knop von Alan Larysch und Michael Schneider

universal:
Du hast während deines Auftritts erzählt, dass du aus Lippstadt kommst und auch hier auf dem Liborifest zu Besuch warst. War es das erste Mal, dass du hier in der „Heimat“ auftrittst?

Matze:
Nein in Lippstadt bin ich jetzt im Februar ja nochmal, also wer heute leider nicht kommen konnte, der kann im Februar kommen oder auch ´ne Karte noch kaufen. Es gibt noch ‘n paar Restkarten. Also in Lippstadt war ich schon öfter, in Paderborn war ich auch schon Mal. Das war aber noch als Supa Richie, also das ist schon ´ne ganze Weile her. Von daher war es jetzt nicht das erste Mal, aber ich kenn natürlich Paderborn, einfach weil ich hier selber schon öfter mal eben war, auf der Liborikirmes. Hatte auch mal ´ne Freundin, die an der Uni studiert hat. Vor langer Zeit. Von daher kenn ich die Uni  auch so ein bisschen, rein gebäudetechnisch zumindest.

universal:
Also ist es noch was Besonderes für dich, wenn du hier bist.

Matze:
Ja auf jeden Fall! Also das ist immer so, wie natürlich bei Lippstadt – klar ist natürlich meine Heimat – aber auch, was weiß ich, Geseke, Soest, Paderborn, Hamm das zählt alles irgendwie ein bisschen – Warstein – das sind alles so – Salzkotten – ‘ne? Also da war man ja spätestens auch irgendwann mal in der Disco oder so. Kump oder wie die ganzen Dinger hier bei euch heißen, das kennt man natürlich auch. Also da war ich auch schon mal.

universal:
Gibt es denn noch andere Sachen, die dich mit Paderborn verbinden, bis auf deine Freundin?

Matze:
Ex-Freundin muss ich sagen (lacht). Ja ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mit meinen Eltern früher immer hier zum C&A einkaufen fahren musste, weil es in Lippstadt noch keinen C&A gab. Dann haben sie mich immer hierhin verschleppt. Und ich fand das als Kind natürlich – gebe ich ehrlich zu – auf Deutsch gesagt scheiße. War auch froh, wenn ich dann wieder zu Hause war. Aber das war so meine erste Berührung mit Paderborn. Fand aber Paderborn immer noch besser als Bielefeld, weil da war die Fahrt noch länger. Deswegen hab ich gesagt, lasst uns lieber nach Paderborn fahren, da sind wir schneller wieder zu Hause (lacht). Aber wie gesagt, ich kenn Paderborn jetzt mittlerweile auch schon, weil ich auch abends hier mal rausfahre. Ist mir auf jeden Fall geläufig.

universal:
Um auf dein Bühnenprogramm zu sprechen zu kommen. Hast du eine Figur, die du am liebsten imitierst?

Matze:
Ne, eigentlich nicht. Also ich sag mal so. Das, was mir am besten gefällt, ist, dass ich diese Flexibilität habe, einfach in verschiedene Charaktere zu schlüpfen, aber auch, dass ich einfach mal ich selber sein kann. Das ist auch toll. Also wenn ich als Matze Knop auf der Bühne stehe und einfach Stand-up mache, das gefällt mir auch ausgesprochen gut, weil man natürlich, wenn man keine Rolle spielt, ist man ein bisschen freier. Dann kann man ein bisschen mehr hin- und herswitchen. Rolle ist auch toll! Also Beckenbauer oder Supa Richie, den es ja auch immer noch gibt oder wieder gibt, das macht auch Spaß. Oder Jürgen Klopp. Ich hab auch so ein paar neue im Programm: Dante von Bayern. Jetzt wollen wir vielleicht auch mal irgendwann Kevin-Prince Boateng machen. Das macht schon Spaß.

universal:
Welche Figur hat dir denn bisher nicht so viel Spaß gemacht?

Matze:
Ich sag mal, die, die mir keinen Spaß machen, mach ich erst gar nicht. Also ich suche dann nur die aus, wo ich auch wirklich Bock zu hab. Das ist dann wie in der Uni, ne? Also man sucht sich die Vorlesung ja danach aus, wo man denkt, nicht, dass es einem was bringt, sondern  da ist es nicht ganz so langweilig (lacht). Zumindest hab ich das, ich hab ja auch studiert (Journalistik, Anm. d. Red.), immer so gemacht. Und ganz wichtig war auch immer, wo konnte man zwischendurch nochmal in die Mensa abhauen, ohne dass der Prof gleich sauer war. Also das waren immer auch [ein] paar Sachen, die für mich entscheidend waren.

universal:
Eigentlich wollten wir dich Fragen, ob du noch immer auf Supa Richie angesprochen wirst. Aber jetzt, wo du ihn wieder in dein Programm aufgenommen hast, erübrigt sich das.

Matze:
Der erfährt jetzt grad so ein Revival, weil ich jetzt grad feststelle, viele, die damals so 12, 13, 14 waren, die gehen jetzt langsam auf die 30 zu und kriegen so ne Wehmut. Dann hörst du irgendwie: Damals, da war ich noch jung - oder Kind noch teilweise - und sagen zu mir: „Ich bin damit aufgewachsen“. Das finde ich natürlich super geil! Und die Rolle ist halt eben irgendwie noch cool und er kommt auch mittlerweile echt wieder super an. Und ich hab festgestellt, wenn du auch mal in Paderborn in die Fußgängerzone gehst, die Jungs sehen gar nicht so viel anders aus. Die haben immer noch die Schlodderbuchsen und immer noch die Brillen auf. Das einzige, die Kappe sitzt jetzt wieder grade und auf dem Oberkopf. Wobei der Trend ist ja auch schon wieder rückläufig, also von daher glaube ich, irgendwann sitzt die Kappe auch wieder falsch rum und dann ist Supa Richie wieder up-to-date.

universal:
Was macht dir denn mehr Spaß? So wie jetzt, live auf Tour zu performen oder für Fernsehauftritte zu drehen?

Matze:
Live ist insofern immer cool, grade wenn man alleine live auf der Bühne steht, dass man es selber im Griff hat. Das heißt du kannst auch selber das machen, wo du Bock zu hast und wo du sagst: Das möchte ich heute Abend machen, du hast das direkte Feedback vom Publikum, das ist schon toll. Aber Fernsehen muss natürlich auch sein, weil sonst wissen die Leute ja nicht, dass man sowas macht und deswegen mag ich, da ich ja eigentlich vom Radio komme, auch gerne das Medium, sprich Fernsehen oder Radio. Ich hab ja auch mal Journalistik studiert, von daher hätte ich mir auch vorstellen können, mal so ´nen Job zu machen wie ihr jetzt grade. Das finde ich auch gut.

universal:
Wie bist du denn da unterwegs? Reist du denn selber mit deinem Auto?

Matze:
Ja, wir haben natürlich ‘nen Techniker, der dabei ist. Wir haben dann auch so ´nen kleinen Nightliner, wie man das so sagt, so ´nen Tourbus, wo wir dann auch mit durch die Gegend eiern und fahren. Man muss ja  schon so ‘n paar Sachen mitnehmen. Ich bin ja dann durchaus mal irgendwie ´ne Woche unterwegs und nicht zuhause. Und da sind dann, wir haben dann so ‘ne kleine Tischtennisplatte, die ist irgendwie so, hat so ungefähr 50 cm Länge, und da wird dann vorm Auftritt auch gerne mal so „Pedding-Pong-Pedding-Pong-Pedding-Pong“ das auch mal gerne gespielt, klar.

universal:
Was sind denn so die gravierendsten Unterschiede zwischen Fernsehauftritten und Liveauftritten dieser Art?

Matze:
Mmh, naja beim Fernsehen ist man immer sehr abhängig von der Kamera, dass muss man mal sagen. Wenn die Kamera das, was du machst, nicht gut einfängt, dann sieht das für dich nicht so gut aus im Fernsehen. Dann sagen [die Leute], ganz oft kommt so die Resonanz, Live ist das ja nochmal so viel geiler, weil man einfach da so das Ppersönliche erlebt, dass ist beim Fernsehen natürlich etwas schwieriger. Dafür ist beim Fernsehen halt das Drumherum nett, auch dass muss man mal sagen. So ein schönes Catering und dann trifft man andere Künstler, die man halt alleine unterwegs so meist nicht trifft, dann gibt man sich so die Klinke in die Hand, da denkt man dann so: „Ach guck mal, morgen kommt der Mittermaier, und gestern war Johann König da, oder so. Oder eben, wie heißt er nochmal, euer Komiker?
universal:
Rüdiger Hoffman?
Matze:
Ja, Rüdiger Hoffmann, von daher halt, wie gesagt, hat das eEine Vorteile und das Andere, muss man so sagen. Also beides hat seine Reize, ganz klar.

universal:
Wie bist du eigentlich darauf gekommen, Personen zu imitieren? Hast du das schon sehr früh geübt oder erst später? Und woher kriegst du die Inspiriation für neue Rollen, wie z.B. DJ Hacke?

Matze:
Also die Promis ist klar, das ist natürlich im Fernsehen, genau wie ihr, oder im Internet oder so. Und von so eigengeschaffenen Figuren, es gibt ja jetzt auch eine neue Figur, die heißt ja auch G.G. Merkel.
G.G. Merkel:
Ist schließlich auch Schlagersänger aus Schwetzingen, hihi, habe ich auch ein Lied, das heißt Pilot, das  kann man auch im Internet bei Amazon schon kaufen, gibt so ein Duett mit Jürgen Drews, kann ich nur jedem empfehlen.
Matze:
Das sind natürlich so Sachen, die ich so im Alltag, im alltäglichen Leben so aufschnappe, die ich so sehe, wenn ich mit der Straßenbahn fahre und so. Ich fahre dann auch bewusst mal mit der Straßenbahn, um mal zu gucken: Wer rennt da so rum, ne? Ne aAlso nicht immer so Fünfsternehotel und Limousine, das bringt nichts. Man muss auch mal da hingehen, an die Basis, sag ich mal so schön. Weil da kriegst du dann das alles natürlich schön mit und das verwurstel ich dann immer in so neue Charaktere, sag ich mal so.

universal:
Bei dir als Fußballexperten, muss natürlich gefragt werden: Wer wird nächstes Jahr Weltmeister?

Matze:
Ich hoffe, dass Deutschland es schafft. Weil 2014 ist Jogi Löw eigentlich natürlich reif, weil wenn nicht jetzt, wann dann? Brasilien wird nicht einfach, weil es eben, in Südamerika, sagt man so schön, ist noch nie eine europäische Mannschaft Weltmeister geworden. Muss aber zur Not nochmal Waldi Hartmann anrufen, wie das genau war (lacht). Ich glaube, wir haben ´ne gute Chance, wenn die Abwehr stimmt. Weil das wird das Wichtigste sein. Also die Spanier sind sicherlich mittlerweile schon ein paar Tage älter als noch vor ein paar Jahren, aber die Abwehr bei denen, die stand immer ziemlich sicher, wenn Sergio Ramos bei denen spielte und Puyol und so weiter. Also da kommt’s, glaube ich, drauf an. Wenn wir das hinkriegen, schaffen wir es auch.

universal:
Dann haben wir jetzt ein paar Begriffe, die wir dir gegeneinanderstellen und du entscheidest dich bitte für einen. Darf auch gerne in einer bestimmten Rolle sein, wenn du willst und es passt.

Matze:
Ja, klar.

universal:
Sind auch ganz unterschiedliche Aussagen. Dann einmal: Festmahl gegen Fast Food.

Matze:
Ja, da bin ich für das Festmahl.
Kaiser Franz:
Da bin ich für das Festmahl. Rüchtig. Da hamma beim FC Bayern immer das Bankett, ja, he. Fast Food, ja, das ist eher was, ja, he für den SC Paderborn, ja, he, in der 2. Liga, ja, he, das ist Fast Food.

universal:
Fernsehen oder Liveauftritt?

Matze:
Da ich grade auf Tour bin, wähle ich jetzt im Moment mal das Livepublikum. Ich bin ja auch noch in Lippstadt und in Hamm, also gar nicht so weit weg von Paderborn, wer da noch kommen möchte, ist herzlich eingeladen, ich sag jetzt Live.

universal:
Fahrstuhl oder Treppe?

Dieter Bohlen:
Ja, da muss ich natürlich sagen, ich bin ja auch der Poptitan und da fahr ich natürlich mit‘m Fahrstuhl – ich fahr doch nicht mit der Treppe, ich mein, ich bin ja nicht bescheuert, außer es gibt einen Treppenlift, ich mein: Hallo, ich hab 150.000 Goldene Schallplaten, die kannst du doch alle gar nicht auf den Arm nehmen.

universal:
Wein oder Bier?

Matze:
Wein, Rotwein.
Luis van Gaal:
Als Luis van Gaal muss ich sagen, am allerliebsten Rioja, das schmeckt am besten.

universal:
Dann noch eine Fußballfrage: BVB oder FCB?

Matze:
(Grübelt etwas.) Ähm, Deutsche Nationalmannschaft (Lacht)

universal:
Und als abschließendes Paar: Paderborn oder Bielefeld?

Matze:
In Bielefeld habe ich beim Radio gearbeitet, in Paderborn, da hatte ich mal ´ne Freundin, nehme ich Lippstadt (Lacht)

universal:
Und dann noch eine letzte Frage: Welche Schlagzeile würdest du von Dir gerne einmal in der Zeitung lesen?

Matze:
„Jogi Löw nominiert Matze Knop für die Weltmeisterschaft in Brasilien überraschend als Nummer 6 oder als zweiten Sechser neben Schweinsteiger", so. „Knop: „Ich kann nicht, ich fahr lieber in den Urlaub.""

Wir bedanken uns bei Matze Knop für das interessante und aufschlußssreiche Interview.

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