Kolume: Fakten bitte!

Kolume: Fakten bitte!

Mit diesem Semester sind an der Uni Paderborn erstmals über 20.000 Studierende eingeschrieben. Trotz der Vielfältigkeit unserer Studienfächer und Arbeitsweisen haben wir eine gemeinsame Basis: Alle Forschungsfelder bauen auf Fakten auf. Diese Arbeitsweise garantiert auch den Austausch zwischen Fachrichtungen: Wenn eine Aussage ausreichend mit Beweisen, zum Beispiel aus einer Studie oder einer Messung, gestützt ist, so ist sie auch für Fachfremde glaubwürdig.

In der aktuellen politischen Landschaft können wir allerdings eine Abwendung von auf Fakten basierter Politik feststellen. Die AfD in Deutschland oder Trump in den USA: Wichtig für den Erfolg sind nicht Fakten, sondern Stimmungsmache, das gezielte Ausnutzen von Sorgen, um mit dem Versprechen der Besserung Zustimmung zu erlangen. Politikwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als postfaktische Politik. Nicht nur, dass Fakten ignoriert oder frei erfunden werden, sie werden regelrecht als irrelevant abgetan – von Politik und Wählerschaft.  Mir macht eine Politik, in der Fakten im Diskurs keinen Wert mehr haben und rein emotional entschieden wird, Angst. Wenn zum Beispiel der Stand der Forschung einen Klimawandel belegt, können wir, auf unterschiedlichen Wegen, versuchen diesem zu begegnen. Wenn jedoch diese Fakten ignoriert werden, können wir großen Schaden anrichten.

Unser politisches System ist bei weitem nicht perfekt. Aber immerhin werden (bisher) Fakten als solche anerkannt, auch wenn sie oft schöngeredet werden. Der Weg in eine gerechte Zukunft ist nicht die Abkehr von Fakten. Wir sollten uns vielmehr wieder stärker auf diese berufen und danach handeln, denn so unangenehm Wahrheiten oft sind, so wichtig ist es, sie zu akzeptieren und auf ihrer Grundlage zu handeln.

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