Ein Thema - Zwei Meinungen: Religionsunterricht in Schulen

Ein Thema - Zwei Meinungen: Religionsunterricht in Schulen

(chf/nic)

In der einen Ecke, der Verteidiger des Glaubens, geboren und aufgewachsen in Westfalen: Christian Feismann. In der anderen Ecke, ein selbsternannter Humanist aus dem Rheinland: Nick Ahlbach. Thema der heutigen Debatte ist der Religionsunterricht an deutschen Schulen. Ist es sinnvoll diesen in seiner Form zu erhalten, oder müssen wir uns langsam von diesem Überbleibsel der Weimarer Verfassung verabschieden?

Religionsunterricht fördert den Dialog zwischen den Kulturen

Menschen, die Seite an Seite
leben, werden gespalten

Religion ist wichtig, um Werte zu vermitteln. Religion, nicht nur die Christliche, ist Teil der deutschen Kultur, weswegen es wichtig ist, Religion zu unterrichten.
Im Religionsunterricht wird der Umgang mit anderen Kulturen erlernt, am Beispiel verschiedener Religionen und durch Kontakt mit diesen. Die Differenzierung zwischen den verschieden Religionen ist wichtig, da es nicht nur Konflikten entgegenwirkt, sondern auch parallel zu den verschiedenen Ritualen wie Konfirmation, Firmung und Bar Mizwa statt­findet, wodurch ein Bezug zum Privatleben geschaffen wird.
Durch den Bezug zum Privatleben und die Bedeutung für den Umgang mit den Mitmenschen ist Religion eines der wenigen Fächer, in welchen man fürs Leben lernt. Gerade in Zeiten einer extremen Zuwanderung an gläubigen Menschen ist es wichtig, in Religion unterrichtet worden zu sein. Somit fördert der Unterricht den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen. Schluss­endlich ist er nun mal Teil unseres Grundgesetzes, welches nicht ohne Grund als eines der besten Gesetzesbücher der Welt gilt. (chf)
Moral kann auch ohne Reli­gion vermittelt werden. Nur weil ein Mensch nach religiösen Werten handelt, handelt er nicht moralisch. Abtreibungen sind gegen die zehn Gebote, wer Alkohol trinkt, handelt haram, Ungläubige niederzustrecken ist der Wille Gottes. Der Religionsunterricht  vermittelt religiöse Werte „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften“ (Art. 7.3 GG). Sie bestimmen die Lehrinhalte, welche nicht den allgemein gesellschaftlich anerkannten ethischen Standards entsprechen müssen. Schüler werden getrennt unterrichtet, nach dem Willen der Erziehungsberechtigten. Menschen, die Seite an Seite leben, werden gespalten.
Natürlich wird im differen­zierten Religionsunterricht auch über andere Religionen gesprochen, die großen Schriftreligionen und Hinduismus sind Teil jedes Unterrichts. Das ist wichtig in einer Welt, in der ungefähr 2,6 Milliarden Menschen von sich behaupten gläubig zu sein. Kann aber nicht ein übergreifender Unterricht die Schüler besser vorbereiten, Dialoge fördern, Vorurteile bekämpfen? Sollten nicht lieber neutrale Lehrer unterrichten, religions­übergreifend geschult und an keine Kirche  gebunden? Für die Schüler, von denen viele kein großes Interesse für Religionen hegen, wäre dies wohl besser. (nic)

Die beiden Kontrahenten gehen auseinander, Fäuste sind geflogen . Schlussendlich gehen sie aber freundschaftlich auseinander, denn beide haben in ihrem Leben gelernt, sich in den anderen hineinzuversetzen und andere Meinungen zu akzeptieren. Ob dies nun aufgrund von gutem Religions- oder Philosophieunterricht ist, sei dahin gestellt.

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