Musikkritik: HipHop meets Classic

Musikkritik: HipHop meets Classic

2015 feierte MoTrip seinen bisher größten musikalischen Erfolg. Die Single So wie du bist feat. Lary aus seinem zweiten Soloalbum Mama erreichte Platz 3 der deutschen Single-Charts. Im Dezember 2016 erschien dann das nächste Album. Mosaik klingt jedoch ganz anders als seine Vorgänger. Warum? Weil es sich hierbei um eine Kooperation mit dem polnischen Komponisten Jimek  handelt. HipHop und Klassik - das funktioniert? Ja, und das echt gut.

Cover des Albums Mosaik von Motrip

Cover des Albums Mosaik von Motrip

Wer also seine Vorurteile gegenüber klassischer Musik ablegen kann und bereit ist sich darauf einzulassen, wird von Mosaik - Orchestrated by Jimek überrascht sein. Aufgenommen wurden alle Songs – alte und neue – während eines Konzerts im Konzerthaus Berlin. Wer also nicht auf Live-Versionen steht und lieber Studioalben mit klaren Klängen und ohne jegliche Nebengeräusche hört, sollte die Finger davon lassen. Qualitativ kann Mosaik daher nicht mit Studioalben mithalten, allerdings ist die positive Atmosphäre während des Konzerts auf dem Album deutlich herauszuhören.

Unterstützt wird MoTrip neben Jimek, der auch einen eigenen Track auf dem Album hat, von namenhaften Künstlern wie Adel Tawil und Haftbefehl. Der neuarrangierte Song Mama feat. Haftbefehl passt allerdings nicht wirklich zum Albumkonzept, da Haftbefehl in diesem Rahmen musikalisch fehl am Platz wirkt. Ohne seinen Feature-Partner hätte MoTrip wohl besser dagestanden. Den neuen Song namens Polarlichter feat. Adel Tawil, hätte MoTrip auch lieber komplett alleine performen sollen, da Adel Tawils Gesang dem Track keine besondere Note verleiht. Positiv sticht jedoch eine andere Künstlerin heraus und zwar Lary. Nach ihrem gemeinsamen Single-Erfolg mit MoTrip ist es nicht verwunderlich, dass neue Features folgen und die können sich hören lassen. Die neuen Songs Nehmt mich mit und Mosaik funktionieren wunderbar mit dem Berliner Konzerthausorchester und Larys einzigartig wandelbarer Stimme. In beiden Songs hat sie genug Raum ihre Stimmgewalt mit dem Anschein einer Leichtigkeit zu entfalten und wirkt damit an MoTrips Seite nicht nur als „Feature von“. Das neue Arrangement des Songs So wie du bist feat. Lary von Jimek kann dagegen leider nicht glänzen. Den Song hat man in normalen Live-Versionen ohne Orchester schon besser gehört.

Insgesamt bringt das Orchester eine ganz neue Dramatik in die alten Songs. Besonders gut passt diese Kombination aber vor allem zu den neuen Songs, deren Gesellschaftskritik dadurch stark untermauert wird, obwohl sie inhaltlich eher oberflächlich bleiben und so Raum für eigene Interpretationen lassen.

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