Blutmond über Paderborn

Blutmond über Paderborn

Am Freitag, 27. Juli, findet die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Neben ihrer Länge zeichnet sie sich auch durch das Zusammenfallen mit einer sogenannten Marsopposition aus.

Grafik einer Mondfinsternis
Skizze des Verlaufs einer Mondfinsternis (nicht maßstabsgetreu) Grafik: sth

 

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond entstehen, also dann, wenn die Erde sich zwischen Sonne und Mond befindet. Wenn Sonne, Erde und Mond sich dabei genau auf einer Geraden befinden, liegt der Mond im Schatten der Erde – eine Mondfinsternis. Dass die drei Himmelskörper auf einer Geraden liegen, passiert nicht in jedem Mondzyklus, da die Umlaufbahn des Mondes verkippt zur Umlaufbahn der Erde ist. Im Unterschied zur Mondfinsternis steht der Mond bei Neumond direkt zwischen Sonne und Erde, sodass er nur auf der erdabgewandten Seite von der Sonne angestrahlt wird.

Am 27. Juli tritt der Mond um 19.13 Uhr in den Halbschatten der Erde ein. Halbschatten heißt, dass die Erde aus Sicht des Mondes einen Teil der Sonne bedeckt. Je nachdem ob sich der Mond nur teilweise oder schon komplett im Schatten befindet, spricht man von einer partiellen oder einer totalen Halbschattenfinsternis. Um 20.24 Uhr bewegt sich der Mond in den Kernschatten, in dem die Sonne vom Mond aus gesehen komplett von der Erde verdeckt ist. Erst um 21.13 geht der Mond in Paderborn auf – rechtzeitig vor Beginn der totalen Kernschattenfinsternis um 21.30 h.

Wer erwartet, dann keinen Mond mehr sehen zu können, irrt. Im Volksmund wird auch von Blutmond gesprochen, denn tatsächlich leuchtet der Mond während der Finsternis rötlich oder je nach Wetterlage auch bräunlich oder gelblich. Schuld ist die Atmosphäre der Erde. In ihr wird das Sonnenlicht gestreut – das heißt, es wird abgelenkt, sodass Licht in den Schattenbereich gelangt. Die sogenannte Rayleigh-Streuung streut dabei Licht unterschiedlicher Farbe unterschiedlich stark. Langwelliges rotes Licht wird am schwächsten gestreut und erreicht als einziges den Mond, an dem es reflektiert wird, sodass wir es sehen. Derselbe Effekt sorgt dafür, dass wir einen blauen Himmel und rötliche Sonnenuntergänge sehen. Gleichzeitig zum Blutmond steht der Mars ein kleines Stück unterhalb des Mondes am Himmel und ist außergewöhnlich gut zu sehen.

Wer dieses astronomische Ereignis nicht verpassen möchte, sollte sich am 27. Juli irgendwo draußen mit Blick gen Horizont ein schönes Plätzchen suchen und hoffen, dass das Wetter mitspielt.

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