Nix mehr da vom deutschen Fußball?

Nix mehr da vom deutschen Fußball?

(acr/msc)

Im letzten Gruppenspiel der WM-Vorrunde unterlag die deutsche Nationalmannschaft sang und klanglos Südkorea und besiegelte damit, nach der 2. Niederlage, das erstmalige Aus einer deutschen Nationalmannschaft vor der KO-Phase bei einer Weltmeisterschaft. Doch ist wirklich nichts mehr da vom deutschen Fußball, der uns noch vor vier beziehungsweise zwei Jahren so in seinen Bann gezogen hat? Die Meinungen sind stark gespalten, auch in unserer Redaktion.

Studenten schauen Fußball
Schon vor der Halbzeit gab es ernste Gesichter im Publikum und bei den Spielern. Foto: acr

  • Tja… ein kleines Wort und doch fasst es so treffend die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft zusammen. Von Trauer oder Enttäuschung ist da nichts zu spüren. Ganz anders war es da noch bei der EM 2016 oder der vergangenen WM 2014, bei der die deutsche Mannschaft nach 24 Jahren endlich den 4. Stern ergattern konnte. Selbst Fußballfaule konnten und haben sich anstecken lassen. Da war Fieber, Leidenschaft, Drama und Siegesdurst. Kurzum das perfekte Unterhaltungsprogramm für den Sommer. Und diesmal? Das alles fehlte irgendwie. Und nicht nur irgendwie, sondern tatsächlich. Große Leidenschaft war weder bei der Mannschaft, noch in der breiten Masse der Fans spürbar. Wer die Freundschaftsspiele kurz vor der WM auch nur am Rande verfolgt hat, hatte schon vorab das Gefühl, dass die deutsche Mannschaft nicht weit kommen wird. Doch wehe dem, der offen da schon aussprach, dass sie aus der Vorrunde fliegen werden. „Dafür sind sie dann doch viel zu gut, erst recht bei den Gegnern!“ Und dann kam das Spiel gegen Mexiko. Ups, kann man da nur sagen. Das war einem Weltmeister nicht sehr würdig. Dann doch noch ein kurzer Hoffnungsschimmer für deutsche Fans gegen Schweden, wo die Spieler sich noch einmal in der zweiten Halbzeit sammeln konnten. Aber nein, das war nix. Gegen Südkorea dann das Vorrundenaus. Verdient. Jetzt kann man das ja endlich sagen. Mitleid mit den reumütigen Spielern haben? Warum? Sie haben ihren Erfolg selbstverständlich genommen und sind daran gescheitert. Die Gegner dagegen waren mutig und haben keinen Respekt vor einer Mannschaft gezeigt, die sich von ihren eigenen Fehlern hat verunsichern lassen. Professionelles Abschalten und Weitermachen war nicht vorhanden. Was bleibt da noch zu sagen? Naja, es war wenigstens vorbei. Kurz, verdient und schmerzlos war der Abgang. Dann mal viel Glück den übrigen Mannschaften. (acr)
  • Rein sportlich betrachtet war diese Weltmeisterschaft ein Trauerspiel für den deutschen Fußball, aber nur für den deutschen Fußball? – Nein! Denn wenn man es genau betrachtet, wird in jedem Fall deutlich, dass auch andere Mannschaften, die als Favoriten oder Geheimfavoriten gehandelt wurden, schwächelten. Betrachtet man sich doch direkt mal die Ägypter. Alle prophezeiten dem Team um den Superstar Mohamed Salah gute Chance oder sahen diesen sogar als Kandidaten für den Toptorschützen, doch das Team enttäuschte ebenfalls. Auch die Favoriten aus Spanien, Portugal und Argentinien unterlagen direkt in den ersten KO-Spielen gegen nicht immer besser eingestufte Gegner. Nun kann man natürlich sagen, dass ein Weltmeister selbstverständlich mehr leisten muss. Doch schaut man sich die vorherigen vier WMs an, konnte nur Brasilien als Titelverteidiger die Vorrunde überstehen, alle anderen Teams scheiterten am Druck in der Vorrunde. Auch an den Fans hat es diesmal definitiv nicht gelegen. Zwar gab es in der Vorbereitung zur WM nach dem Erdogan-Skandal Pfiffe und Buhrufe für die beiden beteiligten Spieler, davon war aber während der Gruppenphase nichts mehr zu hören. Was jedoch deutlich wurde, war der mangelnde Einsatz der Fußballmillionäre, die häufig lieber dem Ball hinterhergeschaut haben, statt einen kurzen Sprint zu dessen Eroberung einzulegen. Ebenso wurde klar, dass sich Lager im Team gebildet haben, die sich untereinander nicht grün wurden und eher gegen- als miteinander gespielt haben. Hier muss man klar dem Trainer Vorwürfe machen, da er es nicht geschafft hat, die richtigen Spieler zu nominieren, welche wieder Die Mannschaft hätten bilden sollen, die ja das Erfolgsgeheimnis der letzten WM darstellte. Was bleibt nun noch zu sagen? Es muss schnellstmöglich im deutschen Lager aufgeräumt werden, damit ein Neuanfang wirklich Verbesserungen für unsere noch immer weltmeisterlichen Fans bringen kann. (msc)

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