Coronakrise soll keine Bildungskrise werden

Coronakrise soll keine Bildungskrise werden

Grünenpolitiker und MdB Kai Gehring kritisiert beim FORUM die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung zur finanziellen Unterstützung von Studierenden.

Aufgrund der Hygienemaßnahmen fand das FORUM mit Kai Gehring ohne Präsenzpublikum statt. Der Livestream erforderte reichlich technisches Equipment im Stadtcampus. Foto: td
Aufgrund der Hygienemaßnahmen fand das FORUM mit Kai Gehring ohne Präsenzpublikum statt. Der Livestream erforderte reichlich technisches Equipment im Stadtcampus. Foto: td

„Unterlassene Hilfeleistung“, nannte Bundestagsabgeordneter Kai Gehring die staatliche Corona-Nothilfe für Studierende. Dass er in höchstem Maße unzufrieden mit der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ist, wurde im Stadtcampus sehr schnell deutlich. In Kooperation mit Campusgrün und dem Paderborner Ortsverband der Grünen hatte der AStA zum FORUM eingeladen. Aufgrund der Pandemie fand dieses am 24. Juni erstmals ohne Präsenzpublikum statt, stattdessen gab es eine Liveübertragung auf Facebook und YouTube. Im Mittelpunkt der Diskussion, die AStA-Referent Andreas Schwengel moderierte, stand dabei die Frage, ob aus der Coronakrise auch eine Bildungskrise werden könnte.

Durch die unzureichende Hilfe der Regierung sieht Kai Gehring das Studium vieler junger Menschen sowie die Chancengleichheit in großer Gefahr. Die bereitgestellten 100 Millionen Euro seien zu wenig und auch die 500 Euro, die pro Antrag maximal ausgezahlt werden, seien nicht ausreichend. Gehring verwies dabei auf eine Studie des Deutschen Studentenwerks, nach der die Lebenshaltungskosten von Studierenden durchschnittlich 819 Euro im Monat betragen.

Auch von der Überbrückungshilfe durch KfW-Kredite rät Kai Gehring aufgrund des vergleichsweise hohen Zinssatzes dringend ab. Die richtige Antwort auf die Krise wäre für ihn stattdessen die vorübergehende Öffnung des BAföGs. Dieses sei ohnehin seit Jahren reformbedürftig. Die Anzahl der geförderten Studierenden nehme seit Jahren immer weiter ab, zuletzt habe sie bei etwa 13 Prozent gelegen. Allerdings seien im vergangenen Jahr 900 Millionen Euro aus dem BAföG-Topf nicht abgerufen worden. Warum diese ungenutzten Mittel nun nicht zum Einsatz kommen, habe Anja Karliczek nicht begründen können. Die Ministerin nehme so sehenden Auges massenhaft Studienabbrüche in Kauf, so der Grünenpolitiker.

Meistens seien es die Eltern, die das Studium finanzieren. An zweiter Stelle stehen Nebenjobs. Einer repräsentativen Umfrage des Personaldienstleisters Zenjob zufolge haben 40 Prozent der Studierenden durch die Corona-Krise ihren Job verloren. Ein Drittel gab an, in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Wenn Eltern selbst in Kurzarbeit sind und der Nebenjob wegfällt, werde die Finanzierung des Studiums zu einer Herausforderung, mahnte Gehring. Andreas Schwengel wies außerdem auf die besonders prekäre Situation von ausländischen Studierenden hin, die sowieso auf weniger Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen könnten und es nun doppelt schwer hätten. Durch ihren Hilfsfond habe die UPB zwar einige in finanzielle Not geratene Studierende auffangen können, doch dieser sei eigentlich auch nur als Übergangslösung gedacht gewesen.

Wie es mit staatlichen Hilfen nach August weitergehe, sei derzeit noch offen. Kai Gehring ermutigte alle Studierenden dazu, Anträge auf die Nothilfe zu stellen und dennoch weiterhin für mehr Hilfen zu protestieren – digital und vor den Landesparlamenten sowie in Berlin.

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