Kommentar: Kein Datenschutz in der Krise

Kommentar: Kein Datenschutz in der Krise

Wir alle wollen zur Normalität zurück. Und was gibt es Normaleres als im Sommer draußen im Biergarten zu sitzen und mit Freunden den Tag ausklingen zu lassen? Wenn man durch die Paderborner Innenstadt geht, sind die Cafés und Restaurants voll. Angst vor einem Virus ist hier niemandem anzumerken, der Sommer ist zu vielversprechend, um die Gewohnheiten zu ändern.

Hier herrscht scheinbar Normalität. Foto:lin
Hier herrscht scheinbar Normalität. Foto:lin

Da kann man auch mal leicht vergessen, dass die Abstandsregeln weiterhin gelten. Doch sobald man an seinem Tisch sitzt, der vielleicht etwas weiter weg gerückt ist vom Nebentisch, kann man den Mundschutz erleichtert abnehmen.  Also erinnern uns eigentlich nur die Kellner daran, dass immer noch Einschränkungen herrschen. Die langen Schichten mit Mundschutz sorgen bestimmt nicht für Spaß an der Arbeit. Ich frage mich allerdings, wie viel ein Mundschutz wirklich hilft, wenn er nicht mehrmals an einem Abend gewechselt wird und unberührt bleibt. Denn dass sich daran fast niemand hält, ist klar. Da wird die Maske mal runter geschoben oder abgenommen, wenn man mit Bekannten quatscht. Neu ist auch das Angeben seiner Daten beim Essen gehen.  Einheitlich ist das Erfassen der Daten dabei nicht. Mal mussten wir uns in einem Restaurant gar nicht eintragen, dann reichte es, Bescheid zu geben, dass unsere Freunde sich schon eingetragen haben. Mal muss sich nur einer eintragen, dann wieder alle, die am Tisch sitzen. Auch ein Erfassen der Daten über eine Website und Scannen eines QR-Codes gibt es. Dort werden dann die Kontaktdaten und die genaue Uhrzeit des Kommens und Gehens erfasst. Natürlich ist mir der Sinn dieses Vorgehens bewusst, doch es ist ungewohnt und es ruft Widerwillen in mir hervor, denn es erinnert an schlechte Filme über dystopische Zustände in der Welt. «Datenschutz» wird in Deutschland zwar großgeschrieben, doch datenschutzkonform ist das Aufnehmen der Daten von Gästen ganz sicher nicht. Ich weiß, es geht um etwas Wichtigeres. Aber ist es wirklich nötig, einem Gast eine Liste auf den Tisch zu legen, in die sich vorher schon 20 andere eingetragen haben? Mit all dem, werden wir wohl noch einige Zeit leben müssen. Immerhin leidet die Gastronomie nicht mehr allzu sehr unter der Krise, denn der Sommer wird hoffentlich nicht viel anders aussehen als wir es kennen.

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