Filmkritik: Barbaren: Das deutsche Vikings?

Filmkritik: Barbaren: Das deutsche Vikings?

Titel: Barbaren
Regie: Barbara Eder, Steve St. Leger
Genre: Historische Serie
Wertung: 3 von 5 Filmrollen

Historische (oder historisch inspirierte) Serien haben aktuell Hochkonjunktur. Egal ob sie auf konkreten Literaturvorlagen basieren, wie Game of Thrones und The Last Kingdom, oder sich, wie Vikings, an eine Mischung aus historischen Tatsachen und Mythen anlehnen, dieser Stoff liefert eigentlich seit Jahren verlässlich gute Unterhaltung.

Plakat der Netflixserie Barbaren
Plakat der Netflixserie Barbaren

Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun auch der sagenhafte Germanenfürst Arminius in der Netflixserie Barbaren seine moderne Auferstehung hat. Allein die historischen Tatsachen sind filmreif: Im Jahre 9 n.Chr. schlägt ein vereinigtes germanisches Heer unter dem Befehl des Arminius, ein in Rom ausgebildeter Sohn eines Germanenfürsten, die modernste Armee der damaligen Welt vernichtend. Kaum einer der über 15000 Römer soll das damalige Schlachtfeld im Teutoburger Wald lebend verlassen haben.

Vermeintlich sind also alle Bestandteile der Erfolgsformel für historische Serien vorhanden: Wir haben mit Arminius einen mythisch verklärten Helden, der in seiner Strahlkraft auch Ragnar Lodbrok in nichts nachsteht. Er ist zudem im Konflikt mit sich selbst, seiner germanischen Herkunft und seiner römischen Erziehung. Dazu addieren wir noch eine komplizierte Dreiecks-Liebesbeziehung zu seiner Kindheitsfreundin Thusnelda. Auch die Antagonisten der Serie sind überzeugend: Die konsequent lateinsprechenden römischen Soldaten und der Statthalter Varus wirken authentisch, überheblich und distanziert.

Leider geht die Formel, welche an anderer Stelle so gut funktioniert, hier nicht richtig auf. Die Serie ist technisch gut gemacht und liefert Bilder, welche sich nicht negativ von der Ästhetik in anderen Serien abheben. Allerdings bietet sie auch wenig Neues. Die Kombination aus historischer Vorlage, ungewaschenen Protagonisten, Gewalt und einer kleinen Portion Mystik und Sex hat man so schon häufiger gesehen. Insgesamt ergibt sich eine durchaus sehenswerte Serie, die aber auch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

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