Buchkritik: Ernstes Thema – unterhaltsam verpackt

Buchkritik: Ernstes Thema – unterhaltsam verpackt

Titel: Abschied von Hermine
Autorin: Jasmin Schreiber
Genre: Sachbuch
Wertung: 5 von 5 möglichen Büchern

Titelbild des Buches "Abschied von Hermine" von Jasmin Schreiber, Quelle: Goldmann
Titelbild des Buches "Abschied von Hermine" von Jasmin Schreiber, Quelle: Goldmann

Jeder hat so Menschen, denen man mehr oder weniger unvoreingenommen vertraut. Gute Freunde gehören dazu, bestenfalls ein Arzt/eine Ärztin und für mich die Buchhändlerin meines Vertrauens. Seit Jahren fühle ich mich gut beraten und folge quasi blind jeder ihrer Empfehlungen, da sie meinen Geschmack mittlerweile ziemlich gut kennt. Dementsprechend aufgeschlossen war ich, als mir Abschied von Hermine ans Herz gelegt wurde. „Vielleicht ja eine Sammlung von Harry-Potter-Fanfictions?“, war mein erster Gedanke. Falscher hätte ich nicht liegen können.

Weder geht es in dem Buch um Magie, noch ist mit Hermine eine Rolle Emma Watsons gemeint. Es geht um den Tod und Hermine ist – beziehungsweise war – eine Zwerghamster-Dame. Aber von vorn: Die Autorin Jasmin Schreiber, welche manche von euch vielleicht aus dem Podcast Bugtales kennen, ist studierte Biologin. Schon in ihrem Debütroman Marianengraben hat sie sich in fiktionaler Form mit Tod, Trauer und Sterben befasst.

Mit diesem Sachbuch folgt nun eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit dem Thema. Mit dem Beispiel ihres ehemaligen Haustiers Hermine als thematischen Leitfaden erklärt Jasmin Schreiber alle biologischen Prozesse rund um das Sterben. Auch die verschiedenen religiösen Aspekte kommen zur Sprache. Insgesamt wirkt dieses Buch nie wie eine trockene Vorlesung, denn die Autorin hat einen sehr angenehm erzählenden Schreibstil.

Fast wäre ich der Empfehlung meiner Buchhändlerin nicht gefolgt und hätte das Buch aus einem generellen Unwohlsein mit dem Thema Tod nicht gekauft. Das wäre definitiv ein Fehler gewesen. Das Buch ist immer interessant, manchmal traurig und oft unterhaltsam. Ich habe im Verlauf der Lektüre gemerkt, dass das Ignorieren eines unausweichlichen Themas mich auch nicht vorwärtsbringt. Ich mag das Thema Tod definitiv immer noch nicht, aber man lernt zumindest viel – und bekommt eine Menge knuffiger Illustrationen von Hamstern und unsterblichen Bärtierchen dazu.

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