Interview: „Genießt euer Studium!“

Interview: „Genießt euer Studium!“

Seit Anfang Oktober ist Tim Aßbrock der neue Vorsitzende des AStA. Wir haben uns mit ihm getroffen und über seine Pläne und Ziele für seine Amtszeit gesprochen.

Der Vorsitzende des AStA: Tim Aßbrock, Foto: AStA Uni Paderborn
Der Vorsitzende des AStA: Tim Aßbrock, Foto: AStA Uni Paderborn

universal: Hochschulpolitik ist für einige vielleicht ein etwas abstraktes Thema oder etwas, mit dem viele noch keine Berührungspunkte hatten. Möchtest du zu Anfang vielleicht erstmal
erklären, was du eigentlich machst?

Tim Aßbrock: Kann ich gerne machen. Also ich bin der Vorsitzende des AStA, das ist der allgemeine Studierendenausschuss und wir sind das ausführende Organ der Studierendenschaft. Wir werden also vom Studierendenparlament jährlich gewählt. Das beginnt dann beim Vorsitz, das ist in diesem Jahr meine Wenigkeit, und dann gibt es die verschiedenen Referate, die sich um Teilbereiche kümmern. Wir setzen aber auch die Beschlüsse des Studierendenparlaments um, da geht es dann zum einen z. B. um die Gestaltung des Stadtcampus oder um das Semesterticket. Da kümmern wir uns im Vorfeld um die Verträge, um das beste Angebot für die Studierendenschaft rauszuholen. Dafür sind wir eben da und setzen dann, sofern das beschlossen wird, alles um. Gleichzeitig kümmern wir uns auch um die Vertretung der Studierenden nach innen und nach außen. Wir haben z. B. das Sozialbüro, wo Studierende hinkommen können, wenn sie Probleme haben, egal ob es um Steuern oder Rechtsberatung geht oder wenn sie Probleme mit Dozierenden haben. Wir vertreten sie aber auch durch die internationalen Referate oder durch meine Wenigkeit vor der Hochschule selber oder nach außen, wenn es gerade um Presseanfragen geht und auch so Sachen wie das Sommerfestival. Der AStA kümmert sich um die Anliegen der Studierendenschaft und im Optimalfall merkt man nur was, wenn es billiger wird, z. B. beim Semesterticket.

universal: Du gehörst zu Campusgrün, das Thema Nachhaltigkeit ist dir damit sehr wichtig. Es kam da schon zu einer Verbesserung des vegetarischen und veganen Angebots in der Mensa, was hast du als AStA-Vorsitz noch in Richtung Nachhaltigkeit geplant?

Tim Aßbrock: Genau, da haben wir das Glück, dass wir da jetzt eine Nachhaltigkeitsreferentin haben, besetzt mit Christina Mensch. Das hat mehrere Säulen. Einmal ist das so aufgebaut, mit unserer Sommerfestival-Referentin zu gucken, wie wir das Sommerfestival nachhaltiger gestalten können, weil das auch ein großer Punkt ist mit, je nach dem wie wir es aufziehen können, bis zu 15.000 Gästen. Sei es z. B. bei den Bierfässern oder bei dem Geschirr oder den Bechern, die ausgegeben werden oder was da eben auch für ein Line-Up genutzt wird. Da ist es eben ein großer Punkt. Und natürlich auch eine beratende Tätigkeit bei den anderen Referaten, was die so machen, da zur Seite zu stehen und zu gucken, wo es noch Optimierungspotential gibt bei Veranstaltungen oder ähnlichem. Sie macht aber auch ganz eigene Projekte, um eben auf die Nachhaltigkeit der Universität hinzuweisen und da auch zum Denken anzuregen. Z. B. das Campus-Waldprojekt, wo eben durch sportliche Aktivitäten Kilometer gesammelt werden können und dadurch im Waldpark Haxtergrund der Wald als Mischwald nachhaltig aufgeforstet wird. Und da kommt auch wieder zum Tragen, dass wir das öffentlichkeitswirksam umsetzen wollen und haben dann auch geplant eine Podcastfolge dazu zu machen, den „Was da los“-Podcast wollen wir wiederbeleben, um das in die Öffentlichkeit und an die Studierendenschaft zu tragen. Das ist jetzt erstmal das Hauptprojekt, was geplant ist.

universal: Mal weg von der Nachhaltigkeit, was sind die sonstigen Ziele?

Tim Aßbrock: Das ist so ein persönliches Ziel von mir, weil ich bis jetzt durch die letzten drei Corona-Semester gemerkt habe, dass dieses ganze Wissen um diese studentische Selbstverwaltung, sei es Initiativen, den AStA, das Studierendenparlament oder Fachschaftsräte, dass dieses ganze Engagement sehr verloren geht. Ich kann das auch nachvollziehen, das war bei mir teilweise auch so, dass man sich dann, wenn man am Tag eh schon zehn Stunden vorm Rechner sitzt, dann auch nur das fürs Studium machen möchte, was unbedingt nötig ist und sich da nicht unbedingt mit viel anderem auseinandersetzen möchte. Da hat dann natürlich auch der Präsenzaspekt gefehlt, dass man da mal unverbindlich mit Leuten ins Gespräch kommt, die da schon engagiert sind. Wir haben gemerkt, dass dieses Interesse daran mitzumachen oder eben das Bewusstsein, dass es sowas überhaupt gibt, extrem zurück gegangen ist. Es haben sich ja auch einige Initiativen aufgelöst und da ist eben mein Ziel mit z. B. einer hochschulpolitischen O-Woche, wo sich dann Initiativen, aber auch Fachschaften, vorstellen können in Form einer kleinen Messe und verschiedenen kleinen Aktionen  das Interesse und die Bereitschaft mitzumachen, wieder hochzutreiben, damit wir auch eine starke, sich selbst vertretende Studierendenschaft haben und das eben nicht ausstirbt.

universal: Jetzt wo wir immer mehr ein Stückchen Richtung „frühere Normalität“ zurückfinden, inwiefern möchte der AStA das Studierendenleben hier in Paderborn attraktiver machen oder wieder zum Laufen bringen?

Tim Aßbrock: Da haben wir Glück, dass es mit der Präsenz wieder anläuft und das auch wieder Veranstaltungen möglich sind. Eine Party oder Tanzveranstaltung zwar erst ab nächstem Jahr, was ich aber auch nachvollziehen kann. Aber wir haben ja auch ein starkes Kulturteam zusammengestellt und wollen da jetzt wieder voll auf „Veranstaltung“ gehen, um die Studierenden mitzunehmen. Z. B. haben wir jetzt die Welcome Weeks geplant, die in den kommenden Wochen starten sollen, da geht es darum die Erstsemester-Studierenden abzuholen, in einer Veranstaltung mit z. B. Karaoke singen. Dann haben wir auch das Pollux gemietet mit einer Rocky Horror Pictures Show, da warten wir noch auf Raumbestätigung (Anmerkung der Redaktion: zum Erscheinungszeitpunkt dieser Ausgabe hat dieses Event schon stattgefunden). Der Plan steht auf jeden Fall. Dann haben wir noch geplant Foren zu veranstalten, aber neben dieser „Hochkultur“ – ich nenne es jetzt mal so, das ist eigentlich ein böser Begriff –  eben auch diese politisch-kulturellen Veranstaltungen anzubieten. Sei es ein Forum, die Landtagswahldebatte kommt natürlich auch dazu, dann kommt das Sommerfestival, der Weihnachtsmarkt, die Aktivenpartys sofern es dann rechtlich und gesundheitsbedenklich möglich ist, die wollen wir auch durchführen. Da haben wir wirklich sehr, sehr viele Ideen im Kulturteam, die umgesetzt werden können – hoffentlich umgesetzt werden können – weil wir eben auch gemerkt haben, dass das die letzten 1 ½ Jahre völlig zum Stillstand gekommen und das wollen wir  wieder hochtreiben.

universal: Worauf freust du dich als AStA Vorsitzender am meisten, wenn die Uni jetzt endlich wieder zur Präsenzlehre zurückkehrt?

Tim Aßbrock: Ich glaube am meisten freue ich mich darauf, mit den Personen, mit denen ich so arbeite, gerade im AStA oder auch von der Hochschule und Initiativen, dass ich da wieder in Präsenz mit allen zusammenarbeiten kann, natürlich alles im Rahmen des Gesundheitsschutzes. Einfach, dass ich meine Arbeit als AStA-Vorsitz  in Präsenz durchführen kann und auch dass Leute wieder an der Uni sind, dass die Uni wieder belebt ist. Also darauf freue ich mich wirklich am meisten. Dass die Dienstwege wieder kurz sind, dass man auch mal wieder mit Leuten ins Gespräch kommen kann, wenn die sowieso am Campus sind und dass das keine Geisterstadt mehr ist. Das macht die Arbeit deutlich lebendiger, finde ich.

universal: Was möchtest du den Studierenden noch mit auf den Weg geben?

Tim Aßbrock: Genießt euer Leben an der Uni, genießt das Studium! Es tut der Sache keinen Abbruch, wenn ihr ein paar Semester länger braucht, das ist überhaupt kein Problem. Engagiert euch da, wo ihr Spaß habt. Es ist natürlich völlig in Ordnung, wenn man das Studium einfach so durchziehen möchte, aber wenn ihr Interesse an mehr habt, engagiert euch in der Studierendenschaft. Seien es Initiativen, das StuPa oder Fachschaftsräte. Es macht unheimlich viel Spaß mal einen Einblick hinter die Kulissen zu kriegen und natürlich habt Spaß mit euren Kommiliton:innen und genießt das Studierendenleben!

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