Genug von UNO und Co? Neue Spiele-Empfehlungen

Genug von UNO und Co? Neue Spiele-Empfehlungen

So wenig beliebt wie die kalten Wintermonate zu sein scheinen, so sehr freue ich mich jedes Jahr erneut auf die dunkle Jahreszeit. Denn wenn es draußen kalt, regnerisch und sehr früh dunkel ist, ist das doch die perfekte Jahreszeit, um sich drinnen mit ein paar Freunden zu treffen und einen Spieleabend zu veranstalten. Wenn ihr UNO und Mensch-Ärger-Dich-Nicht so langsam nicht mehr sehen (oder spielen) könnt, kommen hier ein paar gute Gemeinschaftsspiele, die schnell verstanden sind und dafür umso mehr Spaß machen.

Fantastische Reiche – bastle dir dein eigenes Königreich

Fantastische Reiche, Foto: hln Spiel: Strohmann Games
Fantastische Reiche, Foto: hln, Spiel: Strohmann Games

In den englischsprachigen Ländern schon lange gehypt und 2020 endlich von dem Strohmann Games Verlag auch als deutsche Fassung des beliebten Kartenspiels „Fantastic Realms“ veröffentlicht.

Bei dem Spiel für 2-6 Personen muss man versuchen sich mit sieben Karten ein Reich zusammen zu suchen, welches eine möglichst hohe Punktzahl erreicht. Wichtig sind dabei jedoch nicht nur die Basisstärken der Karten (oben links), sondern auch die Boni und Strafen, die jeweils einzeln vermerkt sind.

Es sieht komplizierter aus als es ist, das Prinzip ist schnell verstanden und man kann einfach nicht genug bekommen. Hier folgt nach der ersten Runde nahezu immer eine zweite, dritte oder vierte. Wer jetzt Sorge hat, dass es sich hierbei um ein stundenlanges Gefecht mit zahlreichen Sonderregelungen handelt, der sei beruhigt. Das Spiel ist flott erklärt und ebenso schnell spielt es sich auch mit ca. 20 Minuten pro Runde.

Außerdem ist im Oktober auch eine Erweiterung erschienen, die das Ganze noch spannender und abwechslungsreicher macht.

Baumkronen – für die kleinen Spieleabende zu zweit

Baumkronen, Foto: hln, Spiel: Kosmos
Baumkronen, Foto: hln, Spiel: Kosmos

Eine Neuheit, die ich erst auf der Spielemesse dieses Jahr in Essen entdeckte und in die ich mich nicht zuletzt wegen des schönen Designs prompt verliebte.

Mithilfe von verschiedenen Karten baut man sich seinen eigenen Regenwald. Bäume, Pflanzen und Wetter bringen einem Punkte, Tiere eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten und Gefahren können auch dazu führen, dass es plötzlich doch nicht mehr so gut um den eigenen Wald steht.

Das Spiel ist auf zwei Personen ausgelegt, glänzt mit einer wunderschönen Aufmachung und verspricht garantierten Spielspaß im Rahmen von ca. 30 Minuten.

Auch hier wirkt die Masse an Karten erst einmal erschlagend, aber auch dieses Spiel ist schnell und einfach erklärt. Außerdem zieht man nicht stumpf Karten nach, sondern muss hier abwägen, ob man den ersten Stapel liegen lässt und es wagt den Zweiten zu nehmen.

Insgesamt ein schönes Spiel aus dem Kosmos Verlag, allerdings nicht unbedingt abendfüllend, für zwischendurch jedoch auf jeden Fall immer wieder ein Highlight.

Carcassone – ein Klassiker unter den Gemeinschaftsspielen

Carcassone, Foto: hln, Spiel: Hans im Glück
Carcassone, Foto: hln, Spiel: Hans im Glück

Schon 20 Jahre hat dieser Spieleklassiker auf dem Buckel und kaum ein anderes Spiel ist so gut gealtert. Hier versucht man mit bzw. gegen 2 bis 6 Spieler*innen möglichst schlau Burgen, Straßen und Kloster zu bauen, um für diese dann Punkte zu bekommen. Besetzt werden diese Bauten mit den typischen Meepel, kleinen bunten Spielfiguren.

Taktische Entscheidungen, manchmal auch fiese Aktionen, und nicht zuletzt zahlreiche Erweiterungen machen das Spiel spannend und das Konzept bleibt somit zeitlos.

Besonders interessant wird es tatsächlich in größeren Runden, aber auch zu zweit ist der ein oder andere durchaus schon verzweifelt. Ein Bonus hier im Gegensatz zu den bisher genannten Spielen: Auch jüngere Kinder ab 6 Jahren verstehen das Konzept und die Regeln problemlos.

Wer sich nun von der vermeintlichen Auswahl erschlagen fühlt, immerhin gibt es 10 Erweiterungen, liegt für den Einstieg wahrscheinlich mit der „Big Box“ richtig. Neben dem Grundspiel sind zwei Erweiterungen und einige Minierweiterungen enthalten, die den Spielspaß enorm vergrößern. Ansonsten gibt es das Grundspiel auch einzeln zu kaufen und bereits damit hat man definitiv eine Menge Spaß.

Brändi Dog – Mensch-Ärgere-Dich-Nicht aber in spannend

Brändi Dog kommt im hölzernen Gewand daher und ist vom Spielprinzip quasi Mensch-Ärger-Dich-Nicht, allerdings mit einigen Verbesserungen, die das Spiel spannender und schwieriger gestalten.

Anders als den Klassiker spielt man es nicht mit einem Würfel, sondern mit Bridge-Karten und hier gibt es dann auch einige Neuerungen. So können Figuren getauscht werden, mit einer 4 kann man auch rückwärts gehen und auch die 7 bringt einige Kniffe mit sich, die für die Gegenspieler*innen gefährlich werden können, wenn sie gerade kurz vorm Ziel sind. Auch anders als beim Original: Statt alleine gegeneinander zu spielen hat man immer auch eine*n Teampartner*in, der*die ebenfalls alle 4 Figuren im Ziel haben muss.

Insgesamt handelt es sich bei Brändi Dog um ein spaßiges Spiel für 2-4 bzw. mit der Erweiterung auch 2-6 Spieler*innen ganze Nachmittage füllen kann. Denn auch wenn es so aussieht als sei man kurz vorm Gewinnen, kommt meistens alles nochmal ganz anders. Definitiv ein sehr hochpreisiges Spiel im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten, aber wer Mensch-Ärger-Dich-Nicht mag, wird das hier lieben.

Weitere Spiele, die zumindest in aller Kürze vorgestellt werden sollten, bevor es mit der Kategorie der Exit- und Rätsel-Spiele weitergehen wird, sind folgende: Aeon’s End, ein wahnsinnig spannendes und kooperatives Spiel bei dem man in 30 bis 60 Minuten zu viert gegen einen „Erzfeind“ kämpft. Die Züge aller Beteiligten sind zufällig und auch hier kann es knifflig werden. Anfangs etwas kompliziert, macht es dann umso mehr Spaß.

Die Ruinen von Arnak, spielbar mit 2 bis 4 Personen, wirkt aufgrund der vielen Spielzüge und Möglichkeiten zu Anfang ebenfalls sehr kompliziert, umso größer ist dann jedoch auch der Spielspaß. Das Konzept ist eigentlich nämlich gar nicht so schwer und durch die vielfältigen Spielmaterialien ergeben sich bei jeder Runde neue Möglichkeiten.

Zuletzt sollen hier noch Paleo (Hans im Glück Verlag und Kennerspiel des Jahres 2021) und MicroMacro-Crime City (Pegasus Verlag und Spiel des Jahres 2021) genannt werden. Unterschiedlicher könnten die Spiele nicht sein, aber beide für sich auf jeden Fall einen zweiten Blick wert.

Auch nach fünf Jahren ist der Hype um Exit- und Rätselspiele aller Art nicht abgeflacht und somit sollen sie auch in diesem Beitrag einen Platz
finden.

Exit – großer Rätselspaß, wenig Nachhaltigkeit für viel Geld

Ganz klassisch sind da die Exit-Spiele des Kosmos Verlag zu nennen. So gut wie sie sein können, so basiert das Prinzip leider darauf Spielmaterial zu zerstören und das Spiel ist nicht erneut spielbar. Wer jedoch einen Kopierer zuhause hat und dieser zufällig griffbereit steht, kann das Spielmaterial natürlich kopieren und das Spiel im Anschluss weiter geben.

Die Rätsel sind nämlich tatsächlich gut und clever gemacht, außerdem gibt es für jeden das passende Spiel, da sowohl Spiele auf Einsteiger- als auch auf Fortgeschrittenen- und Profi-Niveau auf dem Markt zu finden sind. Als Fan der Känguru Chroniken hat man sogar die Chance Teil des „Assozialen Netzwerks“ zu werden (Exit- Die Känguru Eskapaden).

Deckscape – einmaliger Spielspaß ohne zerstörte Spielmaterialien

Deckscape, Foto: hln, Spiel: Abacus Spiele
Deckscape, Foto: hln, Spiel: Abacus Spiele

Ein etwas anderes Konzept bieten da die Deckscape-Spiele. Hier sind schon zahlreiche Titel zum Thema Casino Heist, Pyramiden und zuletzt auch Dracula erschienen. Die Exit-Spiele aus dem Abacus Spiele Verlag sind als Kartenspiel konzipiert und für 1-4 Spieler spielbar. Zum Lösen der Rätsel muss anders als bei den Exit-Spielen aus dem Kosmos Verlag nichts zerschnitten werden. Die Rätsel variieren von leicht bis schwierig, die Karten sind schön gestaltet und das Spiel macht einfach Spaß. Sowohl Themenauswahl als auch Preis überzeugen hier völlig.

Crime Letters – Für alle, die schon immer ihre eigene Detektei gründen wollten

Crime Letters, Foto: hln, Spiel: Homunculus
Crime Letters, Foto: hln, Spiel: Homunculus

Der Homunculus Verlag hat zwar auch die typischen Exit-Spiele im Sortiment (zu finden unter escape Dysturbia), bietet Rätsel- und Krimifreund*innen aber noch ganz andere Möglichkeiten. Mit den Crime Letters schließt man ein monatlich kündbares Abo ab und bekommt jede Woche einen Brief. Das Besondere: Der Brief ist zum einen persönlich adressiert (man kann sogar einen eigenen Namen für das Detektivbüro auswählen), zum anderen gibt es jeden Monat einen neuen Fall. Zahlreiche Menschen rätseln in Echtzeit zusammen und versuchen durch die Hinweise auf eine neue Spur zu gelangen. Der Echtzeit-Charakter kommt besonders dann zum Ausdruck, wenn es Live-Events wie Streams von Kameraaufnahmen zu verfolgen gibt.

Mit den Crime Letters ist ein Exit „Spiel“ auf dem Markt, was kaum zu übertreffen ist. Die Spielmaterialien sind von hoher Qualität, jedes Mal liebevoll gestaltet und auch die Rätsel sind von einfach bis recht knifflig durchweg interessant und gut durchdacht.

Wen nun das Spielefieber gepackt hat, dem kann ich nur empfehlen im nächsten Jahr einen Ausflug zur Spielemesse nach Essen zu machen. Die Möglichkeit dort neue Spiele zu entdecken und sogar direkt auszuprobieren, ist einmalig. Ansonsten waren hoffentlich auch diese Empfehlungen Inspiration und Vorstellung genug, um den ein oder anderen Spieleabend in nächster Zeit zu füllen.

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