Buchkritik:Women Don‘t Owe You Pretty - Ein neues feministisches Manifest?

Buchkritik:Women Don‘t Owe You Pretty - Ein neues feministisches Manifest?

Titel: Women Don’t Owe You Pretty
Autorin: Florence Given
Genre: Non-fiction
Wertung: 4 von 5 möglichen Büchern

Florence Givens Debüt Women Don’t Owe You Pretty, erschienen im Juni vergangenen Jahres, hat große Wellen geschlagen. In den ersten sechs Monaten nach Erscheinung wurden bereits 100.000 Ausgaben verkauft.  Kurz gesagt geht es um Feminismus, aber eigentlich noch um so viel mehr.

Cover des Buches "Women Don’t Owe You Pretty" von Florence Given, Quelle: Octopus Publishing Group Ltd
Cover des Buches "Women Don’t Owe You Pretty" von Florence Given, Quelle: Octopus Publishing Group Ltd

Die Autorin berichtet von ihren Erfahrungen als Frau in unserer Gesellschaft und den schier unerreichbaren Erwartungen, die damit verbunden sind. Sie hält dabei ihrer Leserschaft nicht nur einen Spiegel vor. Sie nimmt diesen Spiegel, haut ihn uns über den Kopf und fordert uns auf, über unser Handeln und unsere Sichtweisen nachzudenken. Given hinterfragt, warum wir uns mit den Scheinrealitäten anderer auf Instagram vergleichen und warum wir um jeden Preis versuchen „nicht wie andere Frauen zu sein“. Dabei ist Given sich ihrer privilegierten Stellung als weiße Frau durchaus bewusst und zeigt dies auch immer wieder auf.

Women Don’t Owe You Pretty holt seine Leser:innen aus der Komfortzone und konfrontiert sie mit vielen unangenehmen Wahrheiten. Bereits das erste Kapitel trägt den passenden Namen: Feminism is going to ruin your life (in the best possible way) zu Deutsch: Feminismus wird dein Leben ruinieren (auf die bestmögliche Weise). Wenn man sich allerdings einmal auf das Buch einlässt und nicht abschrecken lässt, ist es das durchaus wert. Einziger Makel ist, dass sich die Autorin an der ein oder anderen Stelle inhaltlich wiederholt, was dem Lesefluss allerdings keinen Abbruch tut.

Insgesamt hinterlässt das Buch – trotz vieler unangenehmer Wahrheiten - ein durchaus positives Gefühl. Es regt zur Selbstreflexion an, mahnt aber auch andere nicht zu schnell zu verurteilen. Die vielen Illustrationen im 70er Jahre Flower-Power Stil – übrigens von der Autorin selbst designt – helfen dabei den Text immer wieder etwas aufzulockern und zeigen auf erfrischende Weise ein sehr reales Frauenbild – inklusive Körperbehaarung und Dehnungsstreifen.

Women Don’t Owe You Pretty ist ein Buch für alle, die sich tiefer mit dem Thema Feminismus auseinandersetzen möchten. Grundsätzlich würde ich das Buch aber auch sonst jedem empfehlen. Die deutsche Übersetzung: Frauen schulden dir gar nichts erscheint im März nächsten Jahres.

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